Ehemalige Schulpferde

 

Einige Pferde der 70er Jahre

 

Harry, der Reitlehrer- und Reitschülerschreck! Gehörte Friedel Schuster, wurde aber regelmäßig im Schulbetrieb eingesetzt. Der kräftige Braune war extrem bissig, zum Satteln und Aufsteigen musste man ihn seinen Kopf in den Mülleimer stecken lassen, so dass er seinen Reiter nicht sehen und beißen konnte. Auch Runterfallen sollte man besser nicht, Harry hätte sich sofort auf seinen wehrlosen Reiter gestürzt. Gegen einen Reitlehrer hegte Harry eine besonders große Antipathie. Wenn der wendige Wallach die Halle betrat und Manfred Götze diese nicht schnell genug verließ, sah Harry rot. Nur durch kühne Sprünge über die Bande konnte der Reitlehrer seine Haut retten. Wen wundert’s, dass sich dieses Pferd nicht longieren ließ und auf den Warnruf „Harry kommt“ die Stallgasse binnen Sekunden wie leer gefegt war?

 

 

 

Singapur, ein Rappwallach, gehörte erst Familie Schenk, dann Familie Vogt, schließlich unserem Verein. Er war ein steifer, aber braver Pole, der sich tragischerweise bei einem Ausritt ein Bein brach. Nach fast einem Jahr in Gips erholte er sich leider nicht vollständig.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Rebell, ein Dunkelfuchs, der ebenfalls über Umwege (Peter Schad und Manfred Köhler) in Vereinsbesitz kam. Er konnte sehr gut springen und ging noch als Schulpferd Turniere der Klasse L. Er war im Umgang nicht ganz einfach, beim Abteilungsgalopp konnte er heftig buckeln.

 


 

 

Goggo, wer kennt nicht noch unser 120 cm kleines, falbfarbenes Pony, das die Großen meistens übertraf? Immer hatte er den Schalk im Nacken sitzen, und öfter auch einmal einen Reitschüler. Unübertroffen ist die Episode, als er, seiner Aufgabe als Schleifenpony beim Turnier überdrüssig, einem Richter gekonnt ans Bein trat. Berühmt ist er allerdings auch für seine Leistungen bei Springturnieren bis Klasse A (gegen Großpferde) und seine Runden, die er in Seckenheim bei Bauernrennen drehte. Auch in fortgeschritteneren Jahren lief er noch in Jugendreiterwettberwerben mit. Gefürchtet waren allerdings bei jedem Turnier die Ehrenrunden! Heute erfreut er sich immer noch bester Gesundheit bei Familie Hofmann.

 

Blizzard, zusammen mit Goggo das Pferd mit den meisten Dienstjahren. Der polnische Schimmelwallach lernte allerdings zeit seines Lebens nicht, einzeln zu galoppieren, was manchen Anfänger in Wohnungsnot brachte. Doch man mußte ihn nur machen lassen – nach getaner Galopparbeit hängte er sich von alleine wieder an das Ende der Abteilung.

 

 

 


 

Einige Pferde der 80er Jahre

 

Onett, eine große Schimmelstute mit sehr flacher Kruppe. Die Oldenburgerin von Odysseus war sehr empfindlich im Maul und mußte oft mit Halfter geritten werden, weil sie offene Maulwinkel hatte. In jungen Jahren ziemlich flott, später ein äußerst braves Pferd. 13-jährig wurde sie von Familie Mohr erworben und verbrachte als „Verlasspferd“ noch elf geruhsame Jahre.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Perla, eine Hannoveranerstute vom alten Schlag, war das Lieblingspferd aller Longenkinder. Freundlich im Umgang, später fast apathisch, trug sie jeden Reiter durch die Bahn. Wacher wurde sie nur beim Springen oder im Gelände, wo sie richtig gemeine Haken schlagen konnte. In unserem Jubiläumsjahr wird sie 25 Jahre alt; nach acht Jahren als Schulpferd verbringt sie (seit inzwischen neun Jahren) ihren Lebensabend bei ihrer Besitzerin Andrea Krieg im Odenwald.

 


 

Bonny, ein braun getupfter Tigerschecke, der seinen Ruhestand ebenfalls in Privathand, bei Daniela Prismantas, erleben durfte. Als Schulpferd wurde er noch von Wilhelm Neumann an der Longe ausgebildet und lief sehr gut Dressur. Springen wollte er dagegen gar nicht. Nicht besonders groß, dafür aber kompakt und kräftig, wurde er auch als Voltigierpferd eingesetzt.


 

Waldfee, eine hübsche, braune Hannoveranerstute mit einem exakten Dreieck auf der Stirn. War sehr bequem zu sitzen und deshalb der Liebling vieler Reitschüler. Sie lernte in den vier Jahren als Schulpferd nicht, daß man auch langsam galoppieren kann. Anfangs war sie so schnell, dass sie in den Ecken der Reithalle samt Reiter stürzte. Wegen einer Hufrollenentzündung wurde sie 1991 abgegeben.

 

Winnetou, ein ehemaliges Springpferd, der an den Reitverein verkauft wurde, weil er „sauer“ war. Der dunkelbraune Hannoveraner ließ anfangs niemanden aufsteigen, saß man erst einmal, war er aber ein sehr gutes Lehrpferd. Er konnte alles, sprang nach einiger Zeit auch wieder sehr gut, so daß er das begehrteste Pferd in den Springstunden war. Auch er wurde in den Ruhestand an Familie Perner abgegeben.

 

Cosima, eine Dunkelfuchsstute aus Holland, war zwar nicht die feinfühligste, aber sicher eines der besten Pferde in Vereinsbesitz. Ihre Stärke lag zweifellos in der Dressur, lektionssicher und routiniert brachte sie ihren Schülern auch schwierigere Übungen bei. Beim Springen konnte sie ihren Unmut jedoch deutlich zum Ausdruck bringen. Nachdem Beate Kohl während der Probe für eine Springquadrille, gestürzt war und sich das Bein gebrochen hatte, sah man von weiteren Versuchen ab. Sie war bei Familie Raschke und Kirsten Körber noch einige Jahre als Freizeitpferd aktiv.


 

Cherry, ein schicker brauner Hessenwallach, wurde mit jedem Dienstjahr unfreundlicher. Er entdeckte das Steigen als Ausdrucksmittel seines Unwillens, glücklicherweise war das nur eine Phase. In den Springstunden sprang er recht gut, während des Turniers leider nicht. Von seinem Rücken gelang Diana „Brummi“ König übrigens der prämierte Sturz unserer Vereinsgeschichte: das genannte Paar war für ein E-Springen gemeldet, kurz vor dem Turnier wurde noch einmal geübt. Beide sollten auf unseren Springplatz ein „In–Out“ überwinden. Cherry schaffte das, seine Reiterin leider nicht. Diana König brachte das Kunststück fertig, genau über dem zweiten Sprung herunterzufallen und landete mit dem Bauch auf der obersten Stange, die liegenblieb! Das Hindernis war allerdings genau so hoch, daß sie weder mit den Armen, noch mit den Beinen auf die Erde kam. Obwohl das bestimmt weh getan hatte, war vor Lachen niemand in der Lage, sie aus dieser mißlichen Situation zu befreien.

 

Gregor trat die Nachfolge von Goggo an. Er hatte fast die selbe Farbe, war aber etwas größer. Der Araber/Norweger-Mix, gezogen in der ehemaligen DDR, war in etwa genauso schlau wie sein Vorgänger. Nur äußerte es sich bei ihm etwas anders: er giftete seine Reitschüler nur dann an, wenn der Reitlehrer gerade nicht in der Nähe war. Er machte aber nur „starke Arme“, er hat es wohl nie ganz ernst gemeint...Mit der Zeit konnte er das Können seiner Reiter so gut einschätzen, daß er es nicht mehr für nötig hielt, sich in Bewegung zu setzen. Heute lebt er bei seiner langjährigen Pflegerin Claudia Beiersmann.

 

Einige Pferde der 90er Jahre

 

Rominta, eine braune Westfalenstute. Ein ehemaliges Springpferd, das nur mit viel Glück über eine Stange zu bringen war. Überhaupt sehr faul, fast könnte man es als „Klemmen“ bezeichnen. Was sie normalerweise an Geschwindigkeit vermissen ließ, machte sie doppelt wieder wett, wenn man eine Gerte in die Hand nahm. Inzwischen gehört sie Katharina Rose, geht fast nur noch ins Gelände und hat keine Angst mehr vor einer Peitsche.

 

 

 


 

Fanny, eine agile braune Stute aus der hannoverschen Zucht, war nicht lange Schulpferd. Der Grund heißt heute Fantasie, ist fünf Jahre alt und gehört Familie Mohr. Unwissentlich war eine tragende Stute gekauft worden. Verdacht wurde jedoch erst zirka sechs Wochen vor dem Geburtstermin geschöpft. Nach ihrer Babypause wurde Fanny wieder im Schulbetrieb eingesetzt, doch hatte sie nach ihrer Trächtigkeit Hormonstörungen, so dass sie für Anfänger zu nervös wurde. Heute lebt sie in Bayern bei Barbara Schur.


 

Jack Daniels, ein Rappe mit vier weißen Fesseln, ging nach seiner Zeit als Schulpferd ebenfalls in Privatbesitz über. Er war ein gut ausgebildetes Pferd, das auch entsprechend sensibel war. Wenn ihn der Hafer stach, galoppierte er eben ein wenig länger als er sollte. Auch im Gelände war er flott unterwegs, vor allem alleine war er draußen gut zu reiten.

 

 


 

Prizzi, die Fuchsstute aus Hessen, hat sich zu einem guten Lehrpferd entwickelt, das Anfängern wie Fortgeschrittenen Freude macht. Sie beherrscht Lektionen bis zur Klasse L, geht auch alleine brav ins Gelände und ist insgesamt unkompliziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Carina, eine gut ausgebildete braune Stute, macht Anfängern beim selbstständigen Reiten noch ein paar Probleme, da sie einen unruhigen Sitz nicht toleriert und dann immer schneller wird. Trotzdem ein ganz ehrliches Pferd, das ein schönes Reitgefühl vermitteln kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Snoopy, ein zu schlaues Reitpony mit hohem Vollblutanteil. Der Rappwallach hat in kurzer Zeit gelernt, daß er seine kleinen Reiter ohne große Mühe in die Schranken und auf den harten Boden der Tatsachen weisen kann. Auch bei leichten Erwachsenen testet er gerne, wie weit deren reiterliche Fähigkeiten reichen.